Ganz nackt


Vor kurzem hatte ich auf Facebook angekündigt, meinen Tagessatz offen zu legen. Warum? Um dem Nachwuchs und anderen Kollegen einen Anhaltspunkt zu liefern, wo sie sich in dem Preisgefüge ansiedeln könnten. Was kostet Thorsten Rother? Für eine kommerzielle Produktion als Fotograf verlange ich aktuell 2.800 Euro pro Foto-Tag. Exklusive aller anderen Kosten wie Buyouts, Vorbereitung, Kameraausrüstung, Rechner, Personal, Produktionskosten, Reise, etc.

Bei 1.500 EUR angefangen, konnte ich mich – vor 10-15 Jahren noch möglich – kontinuierlich steigern. Heute ist das leider mehr Utopie als Realität, der Spielraum nach oben ist sehr beschränkt und der Einstieg daher auch sehr viel schwerer.
Bucht mich eine Agentur mehr als 4 Tage, bekommt sie einen Rabatt auf mein Tageshonorar. Buyouts lassen sich ebenfalls zunehmend schwieriger durchsetzen, versucht man es dennoch, fliegt man in der der Regeln in der ersten KVA Runde raus. Der Wirklichkeit entsprechen eher die Forderungen, gerade seitens Kunden aus dem Konzernbereich, auf alle Rechte: zeitlich, räumlich, uneingeschränkt. Das gilt auch für die Modellrechte.

Nicht selten darf man sich bei besagten großen (DAX-)Unternehmen dann nach bereits geführten Verhandlungen mit der Werbeagentur nochmals mit dem konzerneigenen Einkauf auseinandersetzen. Da setzt dann ein studierter BWLer mit der Vorgabe, Minimum 20% aus Deinem bereits verhandelten KVA zu streichen, seinen Rotstift an. Das Projekt ist so nicht mehr machbar? Diskussion zwecklos. Dem Einkäufer geht es schließlich einzig um seine Zahlen. Es liegt dann an Dir, zu entscheiden, ob Du an der Sache noch etwas verdienst oder bereits schon von Deinem Tageshonorar gegenfinanzierst, weil Dir die Produktionskosten über den Kopf wachsen. Das unternehmerische Risiko trägst Du als Fotograf – und wenn Du annimmst musst Du liefern. Wirst Du für 2 Wochen am Stück gebucht, setzt die richtige Kalkulation da schon eine gewisse Erfahrung voraus. Das kommt zwar eher selten, aber dennoch vor. In letzter Zeit bemerke ich zunehmend, dass der “Billigste” den Job bekommt. Oft meldet sich Dein Verhandlungspartner bei der Agentur überhaupt nicht mehr zurück, nach x KVA Runden wird nicht einmal mehr abgesagt.

Einige von Euch werden jetzt sagen: „2800 Euro sind aber verdammt viel Geld!“ Ja, das ist nicht wenig an Tageshonorar, gebe ich zu. Aber so einen Job machst Du nicht jeden Monat – zumindest ich nicht – und es können gut mal 6 Monate vergehen bis Du das Geld auch siehst. Außerdem musst Du davon alles unterhalten, was es braucht, um auf diesem Markt mitmischen zu können – glaubt mir, das ist nicht wenig. Hinzu kommt die bereits investierte Zeit, um dort hingekommen zu sein. Was gleichzusetzen ist mit der Kombination aus minimalem Verdienst und maximaler Arbeit. Zu guter Letzt: das Wissen. Es gibt nur wenige Motive, die mir eine Agentur vorlegt und ich nicht sofort weiß, was es für deren Produktion braucht. Ort, Licht, Ablauf, Technik, Cast. Und genau da wird es beim Nachwuchs ganz schnell sehr dünn. Was nicht verwunderlich ist, woher soll die Erfahrung auch kommen? Eine „Lehrzeit“ als Assistenz allein reicht meist nicht mehr aus. Es bedarf auch die richtigen Jobs, die einen stetig fordern und fördern – und so wachsen lassen.

Es gibt wenige Fotografen, die mehr als 3000 Euro Tageshonorar aufrufen und auch durchsetzen können – hier zu Lande vielleicht eine Handvoll (Namen möchte ich grundsätzlich keine nennen). Noch höhere Honorare bekommst Du nur, wenn Du international tätig bist, einen Sitz in London, New York oder Paris hast und der Sprung in das internationale Geschäft also bereits geschafft ist. Dann bist Du für die Agenturen so interessant, dass Du sicher so um die 6000 bis 8000 Euro ansetzen kannst. Und klar, bei den ganz Großen im Geschäft, die mit ihrem Tun schon selbst zum Star geworden sind, kennen die Honorare nach oben keine Grenzen mehr.

Wie schon angedeutet bröckeln die Honorare in Deutschland, was die kommerzielle Fotografie angeht, stark. Zum einen, weil an den Produktionskosten massiv versucht wird zu sparen, sodass unsereins regelrecht gegenfinanzieren muss. Zum anderen, weil wir uns in der Werbung zwar sicherlich auf einem hohen Niveau bewegen, uns aber selbst durch die Bildbearbeitung in der Art der Arbeit austauschbar gemacht haben. Genau deshalb beginnen die Agenturen auch direkt am Tageshonorar des Fotografen zu sägen.

Es gibt immer Einen, der es macht. Aber auch Einen, der es mit sich machen lässt. Nur “wir armen Fotografen“ zu jammern ist zwar bequem, aber zu wenig. Es sollte daher nicht nur in unserem Interesse, sondern auch in unserer Pflicht liegen einen Weg aus dieser (für die meisten doch eher misslichen) Lage zu finden. Und so wird es auch mal  Zeit, „nein“ sagen zu lernen. Dieses Bild vom hilflosen Fotografen, dem so übel mitgespielt wird, gefällt mir genauso wenig wie, dass mein potenzieller Auftraggeber in der Werbung denkt, er könne mich ins Bodenlose drücken. Schleicht Euch!

Zum Schluss setze ich hier und heute dann auch ein kleines Zeichen: ab dem 1. November erhöhe ich mein Tageshonorar (nackt) von 2.800 Euro auf 3.200 Euro für kommerzielle Aufträge. Die kleine Erhöhung merkt ihr gar nicht, da ich mit meiner Arbeitsweise die Produktionskosten so niedrig halten kann, dass ihr in Summe immer noch spart. Klingt doch nach einem fairen Deal, oder? Weniger habt ihr und ich auch einfach nicht verdient.

22 Comments

Julia Windhoff

Find ich super Deienen Text! Die Fotografie hat für mein Empfinden wirklich an Wert verloren. Die Grafik kann alles noch richten und es ist gar nicht mehr der übliche Weg am besten gleich das richtige Foto machen zu lassen, sondern vielmehr Bruchteile von Bildern müssen forografiert werden und den Rest “bauen wir dann dazu”. Das macht ersetzbar und vor allem muss man nicht mal besonders viel dafür können. Durch die Digitalisierung ist das Geheimnis der Fotografie komplett auf der Strecke geblieben. Zumindest in meinem Bereich, wobei das ein anderer (lower) Level ist als Deiner. Ich habe vor 25 Jahren eine Fotolehre gemacht und seitdem hat für mich der Zauber der kommerziellen Fotografie deutlich abgenommen. Die Bilderflut in den Medien und im Netz ist einfach so groß, da kann man kaum noch auffallen. Mein Tageshonorar ist seit Jahren 1000 Euro. Mein Problem ist eher, dass ich Fotos mache die gar keinen Tag Zeit brauchen. Insofern bin ich schon lange auch auf Festpreise die zeitunabhängig sind umgestiegen. Ich wünsche Dir nur das Beste!

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Oliver Pracht

Seit vielen Jahren fotografiere ich für Mittelständische Unternehmen. Meist in Form von kleinen “Reportagen” für deren Internetseiten manchmal auch für deren Broschüren. Mein Tagessatz liegt seit Jahren bei 1200,00 Euro. Dann kommt meist erst mal der Kommentar vom Chef “soviel würde ich auch gerne mal verdienen”. Gebucht werde ich dann oft für einen halben Tag! Unverständlich für viele auch, dass die Bildbearbeitung extra berechnet wird…mein zweiter Schwerpunkt-weil es macht einfach viel Spass, sind Aufträge für soziale Einrichtungen. Dort liegt dann oftmals die Schmerzgrenze bei 800,00 Euro am Tag. Ich bin an dem Punkt, wenn schon wenig Geld, dann muss mich das Thema echt interessieren. Denn schöne Fotos, wenns geht mit ein wenig Tiefgang, mache ich immer noch gerne! und so habe ich schon des öfteren nein zur Anfrage gesagt! und das tut manchmal richtig gut! Liebe Grüße, Oliver Pracht aus Osnabrück

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Oliver Hurst

….ich fotografiere hauptsächlich für kleinerer Unternehmen und für Werbeagenturen, mein Tagessatz liegt bei 1200 Euro, halber Tag 800, Kurztermine 300,00 Ich für meinen Teil habe auch die Erfahrung gemacht, das je größer die Firma desto unangenehmer wird das ganze. Ich stelle aber auch immer mehr fest, das wenn man 100 % zu dem steht was man anbietet und natürlich auch dementsprechend arbeitet, die Akzeptanz steigt, d.H. je sicherer ich selbst in meinem Auftreten bin um so sicherer ist auch mein Kunde in der Entscheidung mich zu buchen….ich fotografiere mittlerweile allerdings auch nur das was mir liegt und die Sachen die ich gut kann, Produktfotografie, Events usw. lehne ich ab. Mein großer Fehler ist, das ich Angebote viel zu sehr aus dem Bauch heraus erstelle und keine feste Preisliste habe, das wird sich in nächster Zeit ändern (hoffe ich:-) Ich bin seit über 20 Jahren Fotograf (unnötigerweise mit so einer Urkunde der HWK) :-(…LG aus Rastatt Oliver

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Christian Ahrens

Cooler Artikel und sehr interessant. Wenn ich ehrlich bin: bin ich froh, nicht in der Werbung zu arbeiten! Wir machen PR und Image-Fotografie für Industrie und Mittelstand. Das längste Zahlungsziel war in den letzten Jahren 21 Tage, meist zahlen die Unternehmen innerhalb von 14 Tagen. Wir fotografieren keine Stock-Foto-Entwürfe einer Agentur nach, sondern entwickeln die Bildideen und -ästhetik zusammen mit dem Kunden vor Ort. OK, Honorare, wie in Deinem Artikel genannt, erzielen wir nicht, wir gehen meist mit einem Komplatt-Honorar von 2.200 bis 2.500 pro Fotografiertag nach Hause, allerdings fast nie mit langen Vorbereitungstagen und anderen Aufwänden, die die Bilanz dann wieder nach unten ziehen. Der Einkauf kommt ab und zu auch dazu, allerdings habe ich das bisher nur einige Male erlebt, und da ging es um 5 Prozent auf das Fotografenhonorar. Nächstes Mal schlage ich dann vorher 5 Prozent auf…. Aus unserer Erfahrungswelt kann ich einfach nur sagen, dass Wertschätzung, Auftrag per Handschlag, Vertrauen usw. fast alle unsere Jobs begleiten – und ich glaube fest daran, dass das in unserer Welt auch weiterhin möglich ist und dass man entsprechende Partner finden kann, die ebenfalls Wert darauf legen. Vielleicht sogar in der Werbung? 🙂 Dir, Thorsten Rother, wünsche ich, dass Du Dein neues Spiel erfolgreich spielen wirst und Dank Deiner Auffassung die richtige Partner anziehen wirst. Es liegt viel Macht in der eigenen Haltung. Wenn man erwartet, betrogen und über den Tisch gezogen zu werden, dann wird genau das viel zu oft geschehen. Wenn man Anständigkeit erwartet, stößt man erstaunlich oft auf Anständigkeit. In diesem Sinne wünsche ich: gute Resonanz!

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Anonym

Ja, das ist leider Realität, ständig sinkende Preise und ständig neue Verhandlungen – mit einem Trend, Abwärts. Es geht nur noch billiger. Die Erfahrungen mit den DAX Konzernen kann ich genauso unterstreichen, es fing nach der Finanzkrise 2009 an.

Adobe sprach auf der Photokind hauptsächlich Amateure an, die wollen sie für ihre Bildagentur werben, das sind dann leichte Opfer, die freuen sich schon über € 500 im Monat.

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K

Ich bin kein Fotograf, aber in einer verwandten Branche tätig und daher dachte ich mir ich schreibe hier mal kurz, was bei mir der Alltag ist: Also für 1on1 Situationen (wie z.B. ein Kunde, der mich bucht) fangen meine Preise bei rund 2,000€ netto an. Da kommen Material, Reise, Spesen, Mieten, weiteres Personal, etc. noch on top. Der beste Dauerkunde aktuell bezaht netto 4,000€ – ist aber auch nicht im deutschen Markt und somit ist das relativ zu sehen, da dort 4,000€ eher “normal” sind.

Wenn es z.B. um Wissenvermittlung in Kleingruppen geht fangen meine Tagessätze bei 3,500€ netto an. Gleiches Spiel wie oben – es ist noch nichts drin.

Auch in meiner Branche ist es schwer, wirklich gute Gehälter rauszuspielen, da in diesen Preisen ein Studium an einer Elite-Uni auch enthalten sein muss und die Zielgruppe eher eine Nische ist, als der allgemeine Massenmarkt. D.h. auch mein ROI ist entsprechend kleiner, wenn man die Akquise etc. miteinberechnet. Dazu bin ich viel auf Reisen, sprich der Kunde kommt nicht zu mir – und dennoch brauche ich ein Office etc.

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Stefan Frank

Sehr fein,
leider wird in DE ja in allen Sparten ein Geheimnis um Geld gemacht.
Dabei vergessen leider viele das eben genau dieses Geheimnis zu folgender Konstellation führen kann.
Firma XY fragt Newcomer an mit der Bitte um einen KVA. Der Newcomer kriegt nirgends konkrette Aussagen zum marktüblichen Preis. Weil Newcomer dann auch nicht rausfliegen will, usw. kommt dann ein unterirdischer Tagessatz raus. Die Arbeit wird dann auch noch gut gemacht und schon ist eine neuer Tiefpunkt gesetzt.

Davon ab, das Phänomen gibt es in anderne Branchen 1zu1.

(y)

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Christian Ahrens

Hi,

das “Phänomen” mag es in allen Branchen geben. Aber es gibt auch in allen Branchen ein Mittel dagegen.

Ich nenne es “inhaltliche Integrität”.

Wenn man sich ernsthaft und hingabevoll z.B. für ein Thema einsetzt, in einem Sujet absolut vorne ist und anfängt, seine eigen Dynamik zu entwickeln – oder wenn man einfach eine leidenschaftliche Seele ist, die sich für etwas engagiert (und das bitteschön auch mit Professionalität kombiniert) – dann transportiert man etwas in den vermeintlich seelenlosen “Markt”, das sehr wohl wahrgenommen wird. Wenn man so handelt, finden sich neue Partner, neue Märkte, neue Kunden, neue Ideen und ganz andere Kommunikationsziele.

“Werte” ist überhaupt eines DER Stichwörter. Ja, viele wollen die coolsten und die abgefahrensten Säue sein, die die fetten Etats durchs Dorf treiben. ABER: es gibt heute auch mehr denn je Menschen, Organisationen, Gedankengebäude usw., die Werte leben, transportieren und entwickeln wollen.

Wert versus Gier.

Einige unserer coolsten Jobs haben wir bekommen, weil wir glaubhaft kommunizieren konnten, dass wir das, was wir tun, lieben – und das wir die Menschen, die wir vor der Kamera haben – Müllwerker, Facharbeiter, Aushilfskräfte, Schüler und Meister – hochschätzen und immer eine gute Kommunikationsebene finden.

Echter Reichtum entsteht nur, wenn Werte, Sinn und Begeisterung zusammenkommen.

Und: alle Menschen sehnen sich nach genau dieser Kombination, auch wenn man das manchmal nicht glauben will.

Viele Grüße
Christian

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Frank Nürnberger

Ich fotografiere hauptsächlich “gehobene” Firmenveranstaltungen und berechne nach Stunden. Die ersten zwei Stunden zu 385 € netto, jede weitere zu 140 €. Also 8 h=1.225 €. Immer inkl. Auswahl, Raw-Bearbeitung und Rechteübertragung. An einem Tag Event hängt meist noch ein halber Tag Arbeit am Computer dran. Bei mehrtägigen Events komme ich meinen Kunden etwas entgegen.

Im Vergleich zu den Werbeesätze fühle ich mich zu billig. Im Berliner Markt jedoch erhalte ich auf die “Sehr geehrte Damen und Herren”-Anfragen eher selten den Auftrag, weil der (Nicht)-Kunde glaubt, er hätte sich “für das wirtschaftlichere Angebot” eines lieben Kollegen entschieden. Dennoch gibt reichlich Kunden auch im “anpruchsvollen” Segment, die öfters Veranstaltungen machen und irgendwann lernen, dass es bei Fotografen neben unterschiedliche Preisen auch unterschiedliche Leistungen gibt.

Einfluss auf den Preis dürfte der regionale Markt und die visuelle Kompetenz der Bildeinkäufer haben. Es ist nur gut, wenn wir uns diesbezüglich austauschen. Unsere Kunden vergleichen ständig Preis und Leistung. Und es gibt viel zu viele Kollegen, die zu günstig anbieten.

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Lars

Verstehe ich, ist aber leider überall so. Ich habe auch schon für Daxkonzerne gearbeitet, auf einem ganz anerem, viel niedigerem Niveau, und einer anderen Branche. Immer als “Externer”, für 12€ die Stunde … Der Dienstleister bekam immerhin 37,50€ (zufällig erfahren).

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Anonym

Da entwickelt sich ja eine gute Diskussion 🙂 Vor einigen Jahren arbeitete ich mit einem Model zusammen, die eine Ausbildung als Grafik Designerin (FH) hatte, Schwerpunkt Fotografie. Neben dem Modeln fotografierte sie freiberuflich für einen Online Shop (Schrei wenn Du……) aus Berlin (Sollte bekannt sein), jetzt ratet mal was der Stundensatz war? Studio und Ausrüstung wurde gestellt! Aber von dem Honorar muss sie Sozialbeiträge selbst zahlen. Mein Klempner den ich bestelle, der berechnet für einen AZUBI € 40,00 die Stunde – sie macht den Job für € 10,00 die Stunde. Realität in Deutschland.

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Thorsten Rother

“Es gibt immer Einen, der es macht. Aber auch Einen, der es mit sich machen lässt.” Ich mag dieses Gejammer nicht, und der letzte Post geht mir schon wieder in eine Richtig die es nicht braucht. Begebe Dich mal bitte aus der Opferrolle! 😉

Man kann Missstände ansprechen, so wie ich es auch teilweise in meinem Blog tue. Letztendlich ist man aber selber dafür verantwortlich wenn man das dauerhaft hinnimmt, es sind Lösungen gefragt, oder wenn man so will Entscheidungen.

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Anonym

Eigentlich gehts mir recht gut, die letzten Jahre waren es 6 stellige Jahreseinkommen (ohne weitere Kosten wie Studio etc.), aber einfach die Preise zu erhöhen um einem Trend entgegen zu wirken? Ich sehe so viele Topfotografen die Probleme haben oder gleich ganz aufhören. Die Lösung? – mehr arbeiten für geringere Honorare, dann passt es wieder! Oder an Pitches beteiligen – Apple sucht gerade Aufnahmen die mit dem Iphone 7 gemacht wurden, da gibts dann richtig Geld, wenn ein Bild genommen wird. Sorry wenn ich etwas negativ rüberkomme, denke vielleicht in die falsche Richtung, aber 26 Jahre freiberuflich tätig mit ständig sinkenden Honoraren prägen halt.

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Detlef Heese

Schön das Du so offen bist! Den Effekt, dass der Billige den Job bekommt kennen wir alle. Seit ich den Tagessatz und Bildverarbeitung deutlich teuer anbiete kommen mehr gute Anfragen 😉 Auch durch Dich habe ich mir angewöhnt nie mehr am Preis zu drehen. Danke Dir Thorsten

Grüße aus Osnabrück

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Thorsten Rother

Gerne! Genau so, und nicht anders. Du Detlef triffst Entscheidungen, und hast dadurch eine Haltung eingenommen. Es gibt Löwen, oder es gibt Lämmer, und leider keine Eier auf Rezept 😉

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Markus Rieglhofer

Interessanter Artikel. M.E. zu kurz gekommen ist aber die Kalkulation, warum du solche Preise aufrufen musst. Viele Einsteiger haben schlicht keine Ahnung hinsichtlich Grundkosten und Auslastung bzw. wieviel sie verlangen müssen, dass sie am Monatsende noch ein Entgelt bekommen, von dem sie leben können. Nicht nur Fotografen, auch durchaus andere Handwerker.
Seit ich mir das mal durchkalkuliert habe, arbeite ich nur mehr ehrenamtlich, mache die Projekte, die mich wirklich interessieren. Gut, ich habe ein ausreichendes Grundeinkommen.

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Robert

Was nichts kostet, ist nichts wert. Point taken! Aufhören zu jammern, einfach die Rolle im Spiel ändern und die Fäden wieder in die Hand nehmen. Klarer Kurs, sehe ich auch so.

Weiter so!

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Max von Eicken

Cool dass einer mal den Mut hat die Karten auf den Tisch zu legen. Mir geht es eigentlich genauso wie dir aber im grossen und ganzen habe ich noch etwas hinzu zu fügen: Unser Job ist oft schwierig, kompliziert, aufwendig und lang, erfordert eine Menge Knowhow und Technik sowie eine gutes Gespür im Ungang mit Kunden, erfordert hohe Investitionen und überhaupt in einem gewissen Segment mitmischen zu können, wir müssen Techniker, Computernerds, Schichtarbeiter, Künstler, Regisseure und Pausenclowbs sein ABER es ist ein cooler Job und ich möchte nichts anderes machen, trotz 28 Jahren im Job!

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Johannes

Ich fotografiere mittlerweile nicht mehr
Habe primär Events (vor allem Messe) und Portraits (Mitarbeiter-, Teamfotos etc) fotografiert.
Ich hatte auch immer auf wenig Equipment gesetzt: 2 Bodies und 3-4 Objektive. Die waren im Preis inkl.

Sollte es etwas besonderes oder spezielles sein, habe ich das ausgeliehen und dem Kunden in Rechnung gestellt.

Als ich noch fotografiert habe, lag mein Tagessatz bei 800€ netto für die reine Fotografiezeit.
Dazu kam die dann die Nachbearbeitung. Das war bei mir aber keine aufwändige Photoshop Bearbeitung, das kann ich gar nicht, sondern Auswahl der Bilder, Ausschnitt, RAW Entwicklung zu JPG mit LR etc.

Für einen Foto-Tag kamen so ca 500€ (ca 3/4 Tag) Postproduction dazu. Es gab wenige Kunden die haben RAWs bekommen und die Entwicklung selbst gemacht. (Bitte keine Diskussion ob man RAWs rausgeben soll oder nicht)
Der letzte Job den ich gemacht habe war der lukrativste, das waren fast 1000€ für 3 Stunden Fotografie. Das kam aber während meiner gesamten (kurzen 6 Jahre) “Laufbahn” nur einmal vor 🙂

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Holger Reich

Obwohl ich “nur” nebenberuflich die Fotografie betreibe, will ich für meine Arbeit auch angemessen entlohnt werden. Ist dies doch eine Form der Anerkennung meiner Leistung (“die Fotos sind mir diesen Betrag wert!”). Begleite ich eine komplette Hochzeit, dann kostet DAS KLEID gerne mal 2.000 Euro – und mit dem Preis wird auch gerne “angegeben”. Wenn dann “so zum Schluß” auch nooch der Fotograf her muß, dessen Bilder ein ganzes Leben lang begleiten soll, während das Kleid gerne mal bei einem crashthedress-shooting vernichtet wird, dann wird die Sache skurril. Wenn dann “Fotografen” für 100,00 € den Job bekommen, dann kommen mir die Tränen. Zum Einen bekommt das Paar mäßig gute Fotos (die Situation ist doch hoffentlich einmalig) und der Fotograf kommt mit seinen Preisen nie “an die Sonne”.
Mein Tagessatz liegt i.d.R. “nur” bei 1.800,00 plus ggf. Spesen und die werden auch bezahlt. Als Nebenberufler kann man sich eine Absage leisten, was so manch einen Kunden irritiert. Doch wenn die Chemie nicht stimmt, dann macht der Job auch keinen Sinn. In diesem Sinne: Viel Erfolg weiterhin und eine glückliche Hand bei den Verhandlungen.
lg
Holger Reich – Wupperfotografie

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Martin Graf

Seien wir ehrlich: Suchen nicht viele von uns nicht auch immer nach der billigsten und nicht nach der besten Lösung? Hinzu kommt: Equipment ist billig wie nie; wer eine Kamera halten kann, nennt sich “Fotodesigner”, und Fehler bügelt man eh mit PS und der Nik- Collection weg. Qualität können viele Auftraggeber sowieso nicht mehr beurteilen, nur einen Preis. Da gibt es dann wirklich immer einen, der es billiger macht.

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