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Le Tour of our Lives

Die Tour unseres Lebens

In 19 Tagen unsupported auf dem Rennrad durch die Alpen

Unsere abenteuerliche Fahrt durch die Alpen stammt aus dem Sommer 2008, also lange bevor es Komoot, Instagram oder überhaupt Internet für unterwegs am Smartphone gab. Auch gab es für unsere Tour keine Vorlage, sowas ist damals kaum jemand hierzulande unsupported gefahren und ehrlich gesagt, wussten wir damals auch nicht wirklich worauf wir uns einlassen. Aber rückblickend, war es „die Tour unseres Lebens“, stand heute. Die Daten sind durch die notwendige Komprimierung im damaligen GPS-Gerät ziemlich grob geworden, das bitten wir an dieser Stelle zu entschuldigen. Wir haben den Track auch noch größtenteils bereinigt, also ohne Verfahrer und ohne Strecken, die man besser anderweitig umgeht. Hierdurch weichen natürlich die Streckendaten deutlich von der tatsächlichen Fahrleistung ab: Nach 19 Tagen hatten wir insgesamt 2511 Kilometer und 45.351 Höhenmeter auf dem Tacho.

Wie kam es eigentlich zu der Idee diese Tour zu fahren? Ganz einfach und eigentlich ganz lustig. Etwa Ende Mai 2008 saßen wir beide nach einer Rennradtour beim Italiener in München und berieten uns zu unserer bis dahin geplanten Skandinavien Exkursion. Wir wollten ursprünglich beide mal eine kleine Radfahrpause einlegen und zum Fotografieren mit dem Auto bis zum Nordkap fahren. Ich fragte also Patrick: „Wollen wir nicht die Räder mitnehmen? Irgendwie hab ich gar keinen Bock auf Pause.“ Patrick ging’s ähnlich und er hatte nichts dagegen, denn den Spaß am Radfahren hatten wir beide immer und überall. Die nächste logische Schlussfolgerung: Gehen wir überhaupt fotografieren, wenn wir die Räder dabeihaben? Nicht wirklich! Das war ja damals auch noch nicht so einfach, heute ist die Technik in dieser Beziehung ja viel weiter, kompakter und leichter. Wir fragten uns also: „Was machen wir dann in Norwegen, einem der teuersten Reiseländer, wenn man auch woanders biken kann? Die Idee – wir fahren woanders hin, Skandinavien musste noch auf uns warten. Zweieinhalb Wochen Lago di Garda? Nein – zu langweilig. Alpencross mit dem MTB – schon eher, aber wenn schon zweieinhalb Wochen, dann aber bitte auch wieder zurück. Start in München, weil wir da halt wohnen und dann einfach los, das war die Grundidee.

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In Episode 16 erzählen wir ausführlich über unsere Erlebnisse auf der Tour. Schließe jetzt ein Podcast ABO für 4,99 €/Monat auf Spotify ab. Vielen Dank für deine Unterstützung!

Ein paar Tage später rief ich Patrick an: „Lass uns das doch mit den Rennrädern fahren – das gab’s noch nicht so oft und wir betreten etwas Neuland.“ Ihr ahnt, was jetzt kommt? Noch nicht? Also gut: Einige Tage später telefonierten Patrick und ich noch einmal, um die genaue Strecke festzulegen, wie viel wollten wir denn überhaupt fahren, wie soll der Kurs aussehen, wie viele Höhenmeter und wie viele Kilometer? Keine Ahnung! Schnell mal überschlagen, was man vielleicht so an Kilometern fahren kann, und dass in den Alpen mit den ganzen großen und hohen Pässen: 1.500 km? 20.000 Höhenmeter? Das hat ja schon so mancher ’normale‘ Alpencross. Mit dem Rennrad schafft man ja auch etwas mehr Kilometer am Tag, also 2.500 km und 45.000 Höhenmeter? OK – könnte gehen. Die Strecke damals zu planen, war nur mit Karte, Atlas und Daten aus Google Maps möglich. Vielmehr gab es nicht und was uns dann genau an Straßen erwartete war schon an manchen Wegpunkten ein Glücksspiel. Aber wir wollten das große Abenteuer.

Nun mussten wir uns noch damit beschäftigen, was wir auf so einer Tour mitnehmen wollten. 2008 gab es nur MTB Rucksäcke oder Satteltaschen der größeren Natur, wer vom älteren Semester ist, weiß genau was wir meinen, die megaschweren, aber wasserdichten Dinger am Fahrradsattel. Wir waren noch sehr weit von dem heuten Bikepacking Sortiment, wie Arschraketen & Co. entfernt. Wir beide haben uns dann für einen kleinen, flachen und modifizierten MTB Rucksack entschieden, Packmaß 4-5L. Denn wir wollten die Abfahrten, sowie die gesamte Tour, so sportlich wie möglich angehen.

Offen gesagt, mit den heutigen Kommunikationsmöglichkeiten und dem Smartphone, hätten wir die Tour wesentlich einfacher und vor allem schneller fahren können. Die Zeit-Verluste auf der Strecke summierten sich schon täglich. Es gab pro Tag nur zwei kurze Erholungspausen zur Nahrungsaufnahme, ansonsten wurde auf dem Rad gegessen. Der größte Zeitfresser war die tägliche Quartiersuche, gefolgt von Nahrung- und Getränkeversorgung. Gerade Sonntags und um die Mittagszeit war unterwegs nichts auf die ‚Schnelle‘ zu bekommen. Tankstellen, mit denen wir fest gerechneten, hatten dort größtenteils keinen Shop und nur einen Automaten. Ob das heute noch so ist, wissen wir natürlich leider nicht.

Die Wegfindung war zwar prinzipiell einfach, da wir ein GPS mit einer Route hatten, aber oft war uns der sich uns offenbarende Weg zu hässlich oder zu gefährlich zu fahren. Unzählige male landeten wir vor einem Schild, dass Radfahrern die Weiterfahrt verbot, ohne dass offensichtlich oder gar beschilderte Alternativen vorhanden waren. Selbst wenn man nur dreimal täglich kurz anhält, um ein vernünftiges Foto zu machen, ist ganz schnell eine halbe Stunde weg. Und das sind dann auch schon 10 km! Es gibt unterwegs einige Tunnel, die für Radfahrer gesperrt sind – diese bitte nach eigener Einschätzung umfahren, wir waren damals teilweise etwas sehr wild unterwegs und sind einfach Vollgas durchgeknallt. Das würden wir heute so nicht mehr machen und es drohen inzwischen auch drakonische Strafen, wenn man erwischt wird. Trainiert haben wir für die Tour nichts Spezielles. Bergtraining gab’s vorher öfter auf der Großglockner-Hochalpenstraße und ansonsten wurde einfach so viel gefahren, wie es der Job und die Physis zuließen.

Patrick und ich würden uns echt sehr freuen wenn jemand diese Tour wiederholen mag und berichtet wie es ihm heute damit ergangen ist.

Wir wünschen viel Erfolg, hier geht es zum bereinigten GPS Track